Dienstag, 8. Mai 2012
Sokrates ist tot
Jede überwundene Krise ist auch ein Neuanfang. Mehr Hoffnung als das kann ich mir heute aber nicht mehr machen.
Freitag, 30. März 2012
51 Autoren!
Sonntag, 4. März 2012
10 Gründe für den fahrscheinlosen Nahverkehr auch im Rhein-Main-Gebiet
1. Die Automaten
Monströse langsame Ungetüme, die von einer großen Anzahl potentieller Kunden nicht mehr zu bedienen sind. Es kommt immer häufiger vor, dass ich von wildfremden Menschen um Hilfe bei der Bedienung gebeten werde, der ich unter Schwierigkeiten auch nachkomme.
Diese Automaten kosten Geld für Wartung und Lizenzen sowie Datenanschlusskosten. Sie müssen geleert werden, für verschiedene Zahlungssysteme abgestimmt werden und sind immer wieder Ziel von Vandalismus. Oft genug funktionieren sie nicht, manchmal sogar alle auf dem ganzen Bahnhof.
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2. EC-Karten-Skimming
Eigentlich ein Unterpunkt der Automaten, aber ein besonderes Ärgernis. Vor der Umstellung funktionierte wenigstens noch die Geldkarte, nun ist zur Bezahlung die Eingabe der PIN erforderlich. Müßig zu erwähnen, dass dies für Ganoven, die sich auf das Abgreifen von Kartendaten spezialisiert haben, ein weiteres Zielobjekt ist. Und am Mainzer Hauptbahnhof haben sie das genau mit diesen Automaten bereits einmal durchgezogen (http://www.rhein-zeitung.de/nachrichten_artikel,-Mainz-Skimming-an-Fahrtkartenautomat-der-Bundesbahn-_arid,319543.html).
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3. Das Tarifsystem
Kacheln, Übergangstarife, Gebiete, Anschlussfahrkarten „mit oder ohne Umweg über“. Selbst wer Zeitkarten besitzt, ist nicht davor gefeit, bei Fahrten außerhalb „seines“ Gebietes Nummern auswendig zu lernen, um sie anschließend in einem der unsäglichen Automaten einzugeben. Kurzstrecken nach Gleiskilometern, die nichts mit der realen Entfernung zu tun haben.
Warum Preise übrigens immer teurer werden, je weiter weg man von Frankfurt wohnt, obwohl es nicht gerade mehr Gleiskilometer außerhalb der Ballungsräume gibt, erschließt sich auch nicht. Die Einwohner Frankfurts zahlen weniger, haben aber die beste Infrastruktur zur Verfügung und müssen erfahrungsgemäß seltener nach „außen“ als die Fahrgäste von außerhalb in die Stadt.
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Dazu die Ausnahmen: Bahnkarte oder nicht. Gruppenfahrkarten. Und sogar für den Fernverkehr, der mit der "City"-Option zwar die Nutzung des ÖPNV im Zielgebiet ermöglicht, muss man doch wieder Fahrkarten für den Weg zwischen Zuhause und Bahnhof kaufen. Wer durch dieses System durchsteigt, hat Bahnfahren vorher 4 Semester studieren müssen.
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4. Erste Klasse
Dazu kommt dann noch eine Errungenschaft des 19. Jahrhunderts, die Erste Klasse. 16 bis 17 Sitzplätze pro Kurzzug, welche selbst bei hoffnungslos überfüllten Zügen von den obrigkeitshörigen Deutschen nicht benutzt werden. Gelegentlich ist die erste Klasse dann aber doch mal von Abhängigen, die sich hier ungestört ihren Schuss setzen, besetzt.
Und ob die Sitze so viel komfortabler sind und das kleine Tischchen einen Mehrwert darstellt, dass sie einen Preisaufschlag rechtfertigen, sei dahingestellt. Die Abteile der ersten Klasse gehören als erstes abgeschafft.
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5. Kontrolleure
Im RMV-Gebiet kosten die Kontrollen jedes Jahr ca. 12-14 Millionen Euro (http://www.fr-online.de/wirtschaft/verkehrsunternehmen-schwarzfahrer-sollen-mehr-zahlen,1472780,11555308.html). Daneben gibt es dann noch zu bezahlende Gewerberäume zur Fahrkostennacherhebung. Diese kann oft genug gar nicht durchgeführt werden, weil es einigen Armen in dieser Gesellschaft völlig egal ist, wie oft sie „erwischt“ werden.
Auch ich bin schon versehentlich – weil ich vergessen hatte, meine Monatskarte nach Ablauf neu zu kaufen – schwarz gefahren (völlig unnötig, da mein Arbeitgeber die Fahrtkosten übernimmt). Wie schön wäre es, jederzeit irgendwo einsteigen zu können, ohne über Fahrkarten nachdenken zu müssen.
Einige Kontrolleure sind auch nicht gerade für Freundlichkeit bekannt und können richtig fies werden, sofern sie es mit einem ihrer Meinung nach asozialen Subjekt der Gesellschaft zu tun bekommen. Mangelende Flexibilität sind an der Tagesordnung, selbst wenn es um Kinder geht (http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/ratingen/nachrichten/busfahrer-wirft-kinder-raus-1.1283142).
Diese Jobs sind zudem nicht förderungswürdig, da sie auch noch schlechter als schlecht bezahlt werden. Als Zugbegleitung am Abend könnte ein Teil der Kontrolleure mit besserem Gehalt weiterbeschäftigt werden.
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6. Werbung
Auch solche absurden Werbungen für weitere überflüssige Tarifabwandlungen kosten Geld und führen bereits am Morgen beim ahnungslosen Betrachter zu Brechreiz. Wieso für öffentliche Dienstleistungen geworben werden muss, ist mir sowieso schleierhaft, aber auch dieser Budgetposten könnte problemlos eingespart werden.
7. Familien- und Sozialpolitik
Ein fahrscheinloser ÖPNV wäre für Familien ein Segen. So geht für eine Schülermonatskarte schon mal die Hälfte des Kindergelds drauf. Bedürftige kriegen zwar den Frankfurt-Pass, aber warum überhaupt noch eine bürokratische Hürde mehr, wenn es auch einfacher ginge?
8. Die Finanzierung
Die Einnahmen aus Fahrkarten machen 600 Millionen Euro im Jahr aus (http://www.fnp.de/tzh/region/lokales/usinger-land/rmv-wir-sind-nicht-so-teuer_rmn01.c.9509878.de.html). Nur durch die Bevölkerung Frankfurts geteilt (ca. 660.000) würde dies eine Abgabe von 75 Euro im Monat bedeuten, das ist bereits weniger als eine Monatskarte für das Tarifgebiet kostet. Noch günstiger wird die Rechnung nach Herausrechnen der Automaten, Lizenzen, der Kontrolleure, der Werbung sowie sonstiger Kosten (z.B. Druck der Tarifinformationen).
Sobald alle Bürger des Rhein-Main-Gebietes (ca. 3,5 Millionen) betrachtet werden, die Firmen einen Anteil leisten würden (statt einem Jobticket-Zuschuss) und die Hotelgäste pro Übernachtung eine ÖPNV-Taxe zahlen würden, könnte man diesen Monatsbetrag locker unter 20 Euro drücken.
9. Ökologie
Diese Maßnahme würde den Nahverkehr attraktiver machen. Dies würde natürlich die Kosten wieder etwas steigern, da vermutlich die Zugfrequenzen erhöht werden müssten und die Züge länger würden. Aber die Innenstädte würden sauberer werden und mit großzügigen P&R-Plätzen in den Außengebieten könnte man den Umstieg erleichtern.
10. Wirtschaft
Auch würden die Innenstädte der großen Städte als Einkaufs- und Flaniermeilen wieder attraktiver. Zwar auf die gesamte Wirtschaft bezogen eher ein Nullsummenspiel, aber der fortschreitenden Verödung könnte dies schon entgegenwirken.
Die Maßnahmen
Gut Ding will Weile haben. Es ist nicht möglich, sofort einen fahrscheinlosen Nahverkehr einzuführen ohne den ÖPNV insgesamt zu fördern und auszubauen. Als erste Maßnahme sollten Kinder und Jugendliche unentgeltlich im gesamten RMV-Gebiet befördert werden. Danach kann man eine Pauschale für alle Steuerzahler im Gebiet einführen und den ÖPNV fahrscheinlos machen. Langfristig, weil auch sozial ausgewogener als eine Kopfpauschale, sollte jeglicher Nahverkehr in Deutschland komplett steuerfinanziert werden. Es werden so viele Steuergelder für wesentlich weniger nützliche Dinge ausgegeben, hier wären sie gut aufgehoben.
Freitag, 17. Februar 2012
Die Zukunft des Herrn Wulff
•März 2012: Wulff überreicht sich selbst die Entlassungsurkunde und macht den Weg für einen Nachfolger frei
•April 2012: Die Bundesregierung erklärt, dass Herr Wulff leider keine Bezüge weiterbezahlt bekommen könne, weil es sonst einen Riesenshitstorm gebe
•Mai 2012: Die Bank zieht den Kredit für Wulff zurück, da er kein festes Einkommen mehr hat. Wulff muss verkaufen und wohnt bei Maschmeyer zur Miete
•August 2012: Alle Vorwürfe gegen Wulff bestätigen sich, er wird zu Strafzahlungen in Millionenhöhe und 12 Monaten Gefängnis verurteilt
•November 2012: Wulff versucht durch Tütenkleben im Gefängnis, einen Teil der Schuld zurückzuzahlen
•Januar 2013: Bettina Wulff läßt ihre Ehe annulieren. Das macht der Papst sogar persönlich.
•Februar 2013: Guttenberg macht Scherze auf Kosten von Wulff und wird von der Öffentlichkeit wieder auf der politischen Bühne willkommen geheißen
•Mai 2013: Wegen guter Führung wird Wulff mal wieder vorzeitig entlassen
•September 2013: Es wird bekannt, dass Wulff Hartz IV beantragen mußte
•Januar 2014: Der Versuch, zusammen mit dem Pizzabäcker Giovanni ein Buch zu schreiben ("Ich war eine männliche Politiknutte") scheitert kläglich
•März 2014: Peter Zwegat scheitert bei dem Versuch, Wulffs Finanzen zu sanieren
•Mai 2014: Da Wulff in seriöse Talkshows nicht mehr eingeladen wird, tingelt er als Florida-Wulff durch diverse Shows wie "Britt"
•Dezember 2014: Es wird still um Wulff, die Banken warten darauf, dass er 60 wird, um seine Pension pfänden zu können
•Januar 2016: RTL Dschungelcamp
•Irgendwann später: Eine Badewanne in einem anonymen Hotelzimmer
Samstag, 21. Januar 2012
Siegeszug der Redundanz in den Medien nicht mehr aufzuhalten
Die Liste enthält Social-Media-Netzwerke, Blogs und Nachrichtenportale – darunter anderem Myspace, Youtube und Flickr.
Link zur Meldung
Die beeindruckende Liste von Leitmedien, die Redundanz in ihren Nachrichten benutzen, wird immer länger - darunter anderem Spiegel und Heise
Gefunden von: Tommy
Dienstag, 20. Dezember 2011
Die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten
viele werden mich wahrscheinlich nicht kennen, aber ich bin ihr Bundespräsident. Das ist das höchste Amt in diesem Land, sozusagen der König aller Deutschen. Um dies zu verdeutlichen, habe ich mich auch diesmal wie im letzten Jahr mit Vertretern aller gesellschaftlich relevanten Gruppen umgeben. Da haben wir die christlichen Pfadfinder, Priester und Pfarrer, die Feuerwehren, die Polizei und die Bundeswehr sowie natürlich die Kinder. Sehr viele Kinder, streng repräsentativ nach der Verteilung in der Bevölkerung. Und hier in der Ecke selbstverständlich unseren Quoten-Imam, denn wie ich bereits in meiner viel beachteten Jahrhundertrede aus dem letzten Jahrhundert, äh Jahr, gesagt habe, gehört der Imam, äh Islam zu Deutschland wie Sauerkraut und die Alpen.
In den letzten Tagen gab es um meine Person etwas Unruhe und Vorwürfe, einen privaten Privatkredit in Höhe einer halben Million Euro betreffend. Ich kann Ihnen hier an dieser Stelle nur versichern, dass ich ganz in der Tradition der christlichen Nächstenliebe von jedem von Ihnen ebenfalls einen derartigen Kredit angenommen hätte! Damit sind dann wohl die Vorwürfe von Bestechlichkeit und Vorteilsnahme endgültig aus der Welt geräumt.
Kommen wir nun zur Essenz einer Weihnachtsansprache, dem Einlullen der Zuhörer und dem Wecken nationaler und christlicher Gefühle, nicht zu vergessen dem Bekenntnis zu Konsum und Kapitalismus. Wie Sie ja alle in den letzten zwei Jahren schmerzlich erfahren durften, ist dies dieses Jahr sogar wichtiger denn je. Für uns alle, für unseren immerwährenden Wachstum müssen Sie auf jeden Fall kaufen, kaufen, kaufen. Natürlich nur moralisch, ethisch und ökologisch einwandfreie Produkte. Und Billige. Denn nur mit dem Kauf möglichst vieler Produkte können Sie den Reichen weiterhin ermöglichen, Deutschland voranzubringen. Und – es ist ja Weihnachten – denken Sie auch einmal an ihre Mitmenschen, zum Beispiel mich und meine Frau. Wo sollen wir denn ohne reiche Freunde in Zukunft unsere Urlaube verbringen?
In vergangenem Jahr gab es trotz aller internationaler Probleme viele positive Entwicklungen in Deutschland. So ist beispielsweise der Rechtsextremismus endlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen, eindeutig ein Verdienst unserer zahlreichen unermüdlichen Mitarbeiter des Verfassungsschutzes. Einer von ihnen steht deswegen auch mit in dieser Runde, wo war er noch mal gleich? Nun, nicht so wichtig, kommen wir zu den weiteren Positivpunkten: Die FDP in Deutschland ist endgültig in Auflösung begriffen. Aber bitte verwechseln Sie nicht die Organisation mit den Menschen dahinter! Wann immer Sie einen notleidenden FDP-Wähler treffen, geben Sie ihm Wärme und Mitleid, gerade jetzt zu Weihnachten.
Zu guter Letzt möchte ich noch die christliche Botschaft verkünden. Das Tolle daran: Das geht auch, wenn man nicht danach lebt oder daran glaubt. Diese Botschaft ist einfach und einzigartig: Moral, Toleranz und Gleichberechtigung. Denn sogar mir hat der Papst – ein großartiger Mensch in der Tradition von Jesus Christus – doch tatsächlich den Segen und die Erlaubnis zur Wiederheirat verweigert. Denken Sie also, wenn Sie nachher im Kreise ihrer Lieben die Geburt des Christkindes feiern, nicht daran, dass es zu Weihnachten mehr Tote durch Fettgenuss, mehr Selbstmorde und Einweisungen als im ganzen Jahr zusammen gibt, sondern vor allem an die Kinder. Wie die Kirche ja auch!
Ich wünsche Ihnen allen trotzdem ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.
Und Ahoi!
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Warum Deutschland die christlichen Fundamentalisten gewählt hat
Warum Tunesien die Islamisten gewählt hat
Triumph der Islamisten alarmiert Diplomaten
ist es an der Zeit, einen Artikel zu schreiben, wie er in einer tunesichen Zeitung erscheinen könnte.
Warum Deutschland die christlichen Fundamentalisten gewählt hat
Von Deutschland geht für Europa eine Signalwirkung aus. Dies zeigt sich jetzt bei der versuchten Rettung des Euros, aber auch schon bei den letzten Wahlen. Stärkste Partei Deutschlands und den Großteil der Regierung stellend, ist die Christlich Demokratische Union. Wichtige Gruppierungen dieser Partei lehnen Homosexualität ab, sind gegen Abtreibung und unterstützen die Moraltheorie des Papstes, der - Zufall? - erst vor kurzem im Parlament der eigentlich offiziell säkularen Bundesrepublik sprechen durfte.
In letzter Zeit hat die Regierung in Deutschland geplant, die elektronische Kommunikation der Bevölkerung des eigenen Landes sowohl komplett als auch heimlich per Computerspionage zu überwachen und den Zugang zum Internet zu beschränken. Friedliche Proteste wurden mit Polizeigewalt beantwortet und in Einzelfällen soll es zu Folterandrohungen gekommen sein. Viele Deutsche werfen den Regierungsparteien zudem Korruption vor und dass das Regime nichts dagegen unternehme, eine passende UN-Konvention wartet noch immer auf die Ratifizierung.
Beobachter sind besorgt, wenn der Präsident des Landes offen von einer christlich-jüdischen Leitkultur spricht, warnen gleichzeitig jedoch auch vor einer
Panikmache. Im Wahlkampf verkaufte sich die Bewegung als konservative aber moderne Partei nach dem Vorbild der amerikanischen Republikaner - gemäßigt christlich fundamentalistisch. Derzeit regieren die Christen noch mit Hilfe einer liberalen Splitterpartei, doch deren Einfluß schwindet täglich.
Die Öffentlichkeit spekuliert bereits über Neuwahlen, doch linke und liberale Gruppierungen fürchten für diesen Fall das Schlimmste: Eine rechtskonservative christliche Koalition der beiden großen Blockparteien des Landes. Dies könnte Deutschland für Jahre in einen Abwärtsstrudel aus sozialen Unruhen und Beschneidung der Freiheitsrechte treiben. So haben sich viele die Führungsrolle Deutschlands in Europa jedenfalls nicht vorgestellt.
Samstag, 8. Oktober 2011
Ein Pirat als Innenminister!
Es zeigt mal wieder einen grundsätzlichen Fehler in der Besetzung der Regierung. Denn in allen Ressorts werden als "Fachleute" getarnte Interessenbewahrer diverser Lobbyistenvereine eingesetzt. Völlig unkritisch denkende Hardliner des jeweiligen Fachgebietes, die nicht in der Lage sind, ihre Aufgabe auch mal kritisch zu betrachten oder in letzter Konsequenz sogar sich selbst überflüssig zu machen.
Der Innenminister müßte zwingend ein "Pirat" sein. Jemand, der bei der Sicherheit nicht automatisch "der Zweck heiligt die Mittel" sagt und der sehr wohl eine Verfassungswidrigkeit erkennt, wenn sie als Vorschlag auf den Tisch kommt. Die Überwachung der rechten und linken Extremisten sind doch nur Nebelkerzen, wenn - wie gerade wiederholt gezeigt wird - die eigentlichen Verfassungsfeinde innerhalb der dafür zuständigen Behörde zu sitzen scheinen. Who watches the watchers? In der Innenpolitik gilt es vor allem, aber nicht nur da.
Auch in den anderen Ministerien frage ich mich manchmal, warum diese immer mit Betriebsblinden besetzt werden müssen. So war bis vor Jahren der Landwirtschaftsminister immer ein Bauer, klüngelhafter geht es ja kaum noch. Wie wäre es mit einem Kriegsdienstverweigerer als Verteidigungsminister, würden dann immer noch Panzer nach Saudi-Arabien geliefert? Und warum wird das Familienministerium mit einer verheirateten Frau mit Kindern besetzt? Wie wäre es mit einem alleinstehenden schwulen Mann? Und komme mir jetzt bitte niemand mit dem "Ahnung haben, von dem was da gemacht wird". Diese Ahnung kann jeder durchschnittlich intelligente Mensch in einer angemessenen Zeit erwerben.
Diesem Prinzip folgen wir Piraten übrigens bereits von Anfang an: Obwohl aus dem Internet und sozialen Netzwerken geboren, zu großen Teilen aus Technikexperten bestehend, haben wir uns trotzdem eines bewahrt: Technikkritik.
Hoffentlich bleibt uns dies erhalten!
Mittwoch, 5. Oktober 2011
Berlinwahl: Maximal 48,3% der Wähler "links" von der CDU

Mittwoch, 28. September 2011
Empört euch... bitte nicht!
Deswegen empfehle ich euch allen: Empört euch bitte nicht!
Empört euch nicht über Faxe und vor allem empört euch nicht über diejenigen, die sich über Faxe empören.
Empört euch nicht über Christopher Lauer, denn in ein Parlament gehören auf jeden Fall Piraten so wie er.
Empört euch nicht über die Zeitungen der Springer-Presse, die uns mal hochjubeln und dann wieder komisch darstellen.
Empört euch nicht über Julia Schramm, denn ihre Meinung ist genauso wertvoll wie jede andere.
Empört euch nicht über diejenigen, die eine Genderdiskussion führen, aber empört euch auch nicht über die, die sich über die Genderdiskussion empören.
Empört euch nicht über Verlage, die unser Programm abdrucken wollen, aber die CC-Lizenz nicht dazuschreiben oder über CNN, die ihre Beiträge bei YouTube kopieren.
Empört euch nicht über Provinzzeitungen, die Unsinn abschreiben oder Blogs, die uns kritisieren.
Empört euch nicht über Spender an die Piraten, aber empört euch auch nicht über die, die solche Spenden kritisieren.
Empört euch nicht über die F.D.P., sonst ist sie nämlich bald wieder da.
Und bitte, bitte, bitte, empört euch nicht über eure Mitmenschen, sie werden es euch – irgendwann – danken.
So. Und damit höre ich jetzt auf, mich zu empören. Habt Spaß beim Ignorieren meiner Bitte




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