Nur ein kleiner unbedeutender Nachtrag zu einem kleinem unbedeutenden Ereignis. Am 12.09.2008 konnte ich - wenn auch nur für kurze Zeit - die Nummer Eins in der allgemeinen Online-Rangliste von Zug um Zug erreichen. Nummer eins auf speziellen Ranglisten war ich ja schon früher, aber das Erreichen dieses Ziels hat mich doch sehr gefreut
Heute möchte ich eine kleine Fabel erzählen.
Angenommen, da gäbe es eine ältere Dame. Diese Dame ist seit Jahrzehnten Kundin eines großen deutschen Warenhauses, hat bestimmt schon für einige tausend Euro (und in DM sogar noch mehr) Güter bestellt und selbstverständlich immer pünktlich bezahlt, kaum mal etwas davon zurückgeschickt und auch sonst wohl wenig Ärger für den Konzern gemacht. Alle fünf oder zehn Jahre bekommt sie einen persönlichen Brief der Firmenleitung oder ein kleines Geschenk. Mit dem Internet hat sie nichts am Hut und Bestellen per Katalog und Brief oder Telefon genügt ihr vollkommen.
Nun feiert diese gute Frau einen runden Geburtstag und anläßlich dessen erhält sie einen Anruf des geliebten Warenhauses, in dem ihr für ihren Jubeltag eine "Überraschung" in Form eines Besuches versprochen wird. Selbst auf mehrfaches Nachfragen bekommt sie vom Callcenter ihres Vertrauens nur diese etwas kryptische und geheimnisvolle Auskunft. Nun, denkt sie, vielleicht bekommt sie ja für die vielen Kundenjahre ein kleines Präsent überreicht und macht vorsichtshalber schon mal einen Kuchen (ist in dieser Generation halt so),
An ihrem Geburtstag erscheint ein netter junger Herr im Anzug und einem Musterkoffer und macht ihr ein Angebot, daß man nicht ablehnen kann. Das vollständige Nachschlagewerk über fünf Millionen Jahre deutsche Geschichte im 900bändigen Edelpappschuber statt für 3000 für nur 1500 Euronen, nur für sie und nur heute - natürlich. Die ältere Dame bleibt freundlich, lehnt dieses Angebot aber bestimmt ab und ist um eine weitere Erfahrung im Leben reicher.
Daß diese Masche bei den durch Lehman bekannten A & D - Kunden oft genug zieht, klingt wahrscheinlich. Für jüngere Menschen, die von dieser Geschichte wenig später hören und denen fast vor Wut der Kopf platzt ob solcher Dreistigkeit, gehört so ein Geschäftsgebaren in den Bereich der Illegalität. Und zum guten Schluß mal angenommen, so ein Warenhaus würde irgendwann mal Pleite gehen, dann gebe ich offen zu: Ich würde dem nicht eine Träne nachweinen.
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