Seit einiger Zeit verbreiten manche Piraten (durchaus auch in leitenden Positionen) das Wahlkampfziel 5+X, welches seit vielen Jahren in Variationen eine geflügelte Wortkombination in der deutschen Parteienlandschaft darstellt (18+X, 30+X, 40+X, 50+X usw.). Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie doof ich das finde. Und das hat zwei Gründe, wobei der erste Grund aus der mathematischen Ecke kommt. Die Aussage ist völlig nichtssagend, denn X kann ja auch negativ sein. Klar, daß dies für die Politiker der Altparteien nur eine umgangssprachliche Bedeutung hat, zumal ich annehme, daß den meisten schlicht die entsprechende Bildung zum Verständnis des Problems fehlt oder über die Jahre verloren gegangen ist

. Mich ärgert aber, daß in einer Partei, die gefühlt zu 90% aus Informatikern und Mathematikern besteht, diese blöde Worthülse nun auch benutzt wird

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Der zweite und viel wichtigere Grund meiner Ablehnung ist, daß ich es schlicht für unverschämt halte, vor einer Wahl ein Ergebnisziel zu definieren. Die Wähler bestimmen das Ergebnis und die Parteien ein Programm. Und dieses Programm sollte eigentlich "Wahlziele" in Form von Maßnahmen oder Forderungen enthalten und keine gewünschten "Machtwerte".
Für die Piraten kommt in diesem Jahr noch ein individueller dritter Grund dazu: Eigentlich wäre jedes Ergebnis über 2% bei dieser Bundestagswahl ein Erfolg, alles über 3% eine Sensation und alles über 5% ein Wunder gewesen. Durch diese hochgesteckten Ziele der Parteiführung besteht die Gefahr, daß die mögliche Enttäuschung der Erwartungen ein an sich gutes Ergebnis überdeckt.
Dann bleibt mir wohl nichts anderes als zu hoffen, daß X positiv wird.